Der außerbörsliche Handel hat im Sortiment der Online Broker in den vergangenen Jahren eine feste Stellung eingenommen. Je nach Handelshaus können Anleger mit bis zu zwei Dutzend Handelspartnern direkt und ohne Umweg über die Börse handeln.
Der außerbörsliche Handel bietet verschiedene Vorteile. Zum einen sind die Handelszeiten deutlich großzügiger. Deutsche Standardwerte etwa können von Montag bis Freitag von 7.00 bis 23.00 Uhr durchgängig gehandelt werden. Darüber hinaus stehen auch am Wochenende einige Stunden zur Verfügung.
Ein weiterer Vorteil sind die oft geringeren Kosten. Zwar erheben die meisten Online Broker für den Handel mit Aktien und Anleihen dieselben Gebühren wie bei Orders über die Börse. Das Handelsplatzentgelt entfällt dabei allerdings ebenso wie die Fremdspesen (Xetra-Kosten, Makler-Courtage).
Besonders vorteilhaft ist der Handel außerhalb der Börse bei Produkten des jeweiligen Emittenten, wenn mit diesem direkt gehandelt wird. Optionsscheine und Zertifikate (und einige ETFs) werden von Banken aufgelegt, mit denen Broker selbst Handelspartnerschaften pflegen. Oft entfällt deshalb beim Handel in diesen Produkten die Ordergebühr. Die meisten Broker gewähren keinen generellen Erlass, führen aber so häufig Sonderaktionen mit verschiedenen Emittenten durch, dass zumindest beim Kauf von Optionsscheinen und strukturierten Anlagezertifikaten keine Gebühren anfallen.
Der Spread ist oft hoch
Die Kostenvorteile des außerbörslichen Handels werden allerdings oft durch eine im Vergleich zum Referenzmarkt sehr weite Geld-Brief-Spanne wieder aufgewogen. De Handelspartner quotieren insbesondere im späten Handel sehr schlecht. Anleger müssen sich deshalb vor jedem Trade ausrechnen, welche Option die insgesamt bessere ist. Bei Verkäufen wird dazu der Gesamterlös abzüglich der Kosten ermittelt, bei Käufen die Höhe der Gesamtinvestition zuzüglich der Kosten.
In dieser Hinsicht bietet der außerbörsliche Handel einen großen Vorteil: Der Kurs, zu dem gehandelt wird, steht bereist vor der Transaktion fest. Anleger fordern einen Kurs an und erhalten ihn vom Handelspartner für einige Sekunden zur Verfügung gestellt. Leider ermöglichen viele Broker es nicht, bereits vor der Anfrage den aktuellen Preis zu sehen und dadurch den Vergleich mit dem Referenzmarkt zu erleichtern.
Der außerbörsliche Handel eignet sich besonders gut für den Handel mit Derivaten des jeweiligen Emittenten. Wer öfter Optionsscheine und strukturierte Produkte handelt, sollte deshalb besonderen Wert auf gute Handelspartner des Brokers legen.
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