Charting und Co.

Anhänger der Technischen Marktanalyse sollten vor der Eröffnung eines Aktiendepots darauf achten, dass der Broker ein qualitativ hochwertiges Angebot für deren Anwendung zur Verfügung stellt. Zwar existieren zahlreiche externe Programme – die Integration in die Handelsplattform ist aber ein großer Vorteil.

Ein gutes Charting-Tool ermöglicht das freie Zeichnen direkt im Chart. Trendlinien sollten dabei genauso gesetzt werden können wie Trendkanäle. Darüber hinaus sollten möglichst viele, zumindest aber alle wichtigen technischen Indikatoren angeboten werden. Wichtiger als die Anzahl der Indikatoren ist allerdings die Möglichkeit, deren Parameter individuell einzustellen.

Für eine reibungslose Handhabung ist es zudem wichtig, dass problemlos zwischen verschiedenen Zeithorizonten gewechselt werden kann und dass dabei alle Zeichenwerkzeuge bestehen bleiben. Die Kursversorgung des Brokers sollte direkt an das Charting-Tool angebunden sein. Noch immer finden sich Programme, bei denen eine Aktualisierung notwendig ist, um neue Kurse in das Chartbild zu laden.

Candlesticks sind unerlässlich

Eine gute Analysesoftware ermöglicht zudem die Kursdarstellung mit vielen verschiedenen Chartarten. Online-Broker, die sich auf Anwendungen mit Linien- und Balkencharts beschränken, sind für Anhänger der technischen Analyse keine gute Wahl. Neben Linien und Balken sollten mindestens auch Candlestick-Charts angeboten werden. Zudem sollte eine logarithmische Chartdarstellung möglich sein.

Candlestick-Charts machen kleinere Trends leichter erkennbar

Auch der Vergleich verschiedener Märkte in einem Chart ist bei guten Anwendungen möglich. Weniger gute Programme beschränken sich darauf, zu jedem Basiswert eine Handvoll möglicher Benchmarks anzubieten. Dann kann z.B. die Aktie von BMW mit dem Deutschen Aktienindex verglichen werden, nicht aber mit anderen Aktien, Anleihen oder sonstigen Märkten.

Das Chartprogramm sollte zudem bestimmte Analyseansätze unterstützen. Insbesondere Werkzeuge zur Umsetzung des Elliott-Wave-Ansatzes und Fibonacci-Werkzeuge (Fibonacci Retracements und Fibonacci Arcs) sind wichtig.

Aktive Trader und Daytrader müssen besonders auf eine hochwertige Kursdatenversorgung achten. Während für mittel- und langfristig orientierte Investoren End-of-Day-Daten in den meisten Fällen ausreichen, sind für Daytrader Realtimekurse unverzichtbar. Diese sollte nicht nur kostenlos, sondern auch unbedingt im Push-Verfahren geliefert und – wie oben bereits angedeutet – möglichst ohne Zwischenschritt in die Charting-Software integriert werden.

Für eine qualitativ hochwertige Versorgung mit Echtzeitkursen muss bei vielen Online Brokern entweder zusätzlich gezahlt oder aber viel gehandelt werden(die Gebühr entfällt dann als Bestandteil des Vieltraderabatts). Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden – die Gesamtkosten sollten allerdings in einem angemessenen Verhältnis zu den sonstigen Transaktionskosten stehen.