Rabattprogramme für Vieltrader

Trader mit sehr hoher Handelsfrequenz werden bei vielen Onlinebrokern mit Rabatten auf die reguläre Gebührenstaffel belohnt. So kann z.B. ab einem Volumen von X Trades ein Rabatt in Höhe von Y Prozent auf die Orderprovision gewährt werden.

Wie auch bei allen anderen Bestandteilen des Gebührenverzeichnisses muss bei Vieltrader-Rabatten ganz besonders genau hingesehen werden. Nachlässe auf den „Listenpreis“ werden grundsätzlich nicht rückwirkend gewährt. Vielmehr muss ein Aktiendepot erst in eine bestimmte Rabattkategorie eingestuft werden.

Diese Einstufung erfolgt in bestimmten zeitlichen Intervallen, die sich je nach Broker gravierend unterscheiden können. Gängig ist es z.B. die Rabattstufe am Trade-Aufkommen des jeweils vorangegangenen Kalenderquartals festzumachen. Wurden in dem Veranlagungszeitraum z.B. mindestens X Trades getätigt, gilt für das nachfolgende Quartal ein Rabatt in Höhe von Y Prozent auf alle Trades.

Eine andere Variante stuft Trader auf der Grundlage des durchschnittlichen Trade-Aufkommens der vorangegangenen vier Quartale ein. Grundsätzlich gilt, dass Profi-Trader mit konstant sehr hohen Transaktionszahlen von langen Veranlagungszeiträumen besonders profitieren. Bei stark schwankendem Aufkommen sind „abgeschnittene“ Rabattierungsgrundlagen besser.

Der Preisnachlass gilt nicht für alle Kosten

Der Rabatt bezieht sich zumeist nicht auf die Gesamtkosten der Trades, auch wenn dies in werblichen Angeboten gerne suggeriert wird. Gemeint ist in der Regel die Orderprovision. Fremdspesen und Börsenplatzentgelte werden nicht berücksichtigt. Zudem darf die Mindestordergebühr meistens nicht unterschritten werden.

Trader sollten zudem beachten, dass nicht alle Transaktionen bei der Einstufung in eine Rabattkategorie gezählt werden. Bei einigen Brokern zählen nur Fondskäufe nicht, bei anderen gelten auch Trades im außerbörslichen Handel nicht als Transaktion im Sinne des Rabattmodells. Vieltrader mit großem Tradeaufkommen sollten die Konditionen so genau wie möglich studieren und mit spitzem Bleistift nachrechnen. Zudem gilt es, bei Mitteilungen des Brokers über Änderungen der AGB besonders genau hinzusehen: Oft werden kleine Details bei den Rabattprogrammen geändert, die bei der Abrechnung große Wirkung zeigen. So kann etwa festgelegt werden, dass Orders über einen bestimmten Handelsplatz nicht mehr mitgezählt werden.

Aktive Trader, die neu zu einem anderen Broker wechseln möchten, sollten vor der Eröffnung eines Depots klären, ob eine sofortige Einstufung in eine Rabattstaffel möglich ist. Kann nachgewiesen werden, dass beim bisherigen Broker sehr aktiv gehandelt wurde, lässt sich dies mit etwas Verhandlungsgeschick möglicherweise erreichen. Broker wissen um den Wert (genau genommen den Deckungsbeitrag) von Vieltradern und lassen sich bei nachgewiesenermaßen hoher Handelsaktivität durchaus auf Verhandlungen ein. Neben einer beschleunigten Einrichtung von Rabatten können auch Trading-Guthaben oder andere Vorteile gewährt werden.