CFD

Das Kürzel CFD steht für „Contract for Difference“ und bedeutet ins Deutsche übersetzt „Differenzkontrakt“. Der Name ist Programm: Mit einem Differenzkontrakt partizipieren Anleger an der Kursveränderung eines Basiswertes, ohne selbst im Besitz dieses Basiswertes sein zu müssen.

CFDs stammen ursprünglich aus dem angelsächsischen Raum. Sie haben in den vergangenen Jahren auch auf dem deutschen Markt massiv an Bedeutung gewonnen. Waren zunächst spezialisierte CFD-Broker die einzigen Anbieter am Markt, gehen mehr und mehr auch die etablierten Online Broker dazu über, ihren Kunden den Handel mit CFDs zu ermöglichen. CFDs können sich auf einzelne Aktien ebenso beziehen wie auf Indizes, Anleihen, Rohstoffe, Edelmetalle oder Zinsen.

CFDs eignen sich ausschließlich für sehr spekulativ ausgerichtete Anleger. Die größten Vorteile sind die transparente Preisbildung und der geringe Kapitaleinsatz. Nachfolgend ein Fallbeispiel: Ein CFD bezieht auf eine Aktie, die bei 100 Euro notiert. Zum Erwerb des CFDs muss der Käufer allerdings nicht 100 Euro, sondern nur einen Bruchteil davon (in diesem Beispiel 10 Euro) als Sicherheit hinterlegen.

Steigt nun der Kurs der Aktie an, vollzieht der CFDs dies eins zu eins nach. Ein Kursanstieg in der Aktie um 10 Euro entspricht einem Gewinn im CFD um ebenfalls 10 Euro. Durch den im Vergleich zum Direktinvestment deutlich verminderten Kapitaleinsatz fällt der prozentuale Gewinn im CFD jedoch deutlich höher aus – der Einsatz hat sich bei einem Kursanstieg von 10 Prozent in der Aktie im CFD verdoppelt.

Keine Volatilität und keine Restlaufzeit: CFDs sind einfacher als Optionen

Die Hebelwirkung ist das wichtigste Charakteristikum von CFDs. Wie hoch der maximale Hebel ausfällt, richtet sich nach Broker und Basiswert. Bei Aktienindizes ist ein bis zu 100facher Hebel nicht unüblich. Dadurch können auch bei vergleichsweise kleinen Marktbewegungen sehr große Gewinne erzielt werden. Umgekehrt besteht ein entsprechend großes Verlustrisiko.

Im obigen Beispiel für ein Kursverlust in Höhe von 10 Prozent in der Aktie zu einem Totalverlust des beim CFD-Kauf eingesetzten Kapitals. Bei darüber hinausgehenden Verlusten kommt es sogar zu einer Nachschusspflicht für den Anleger, sofern der Broker diese nicht ausschließt und das Geschäft rechtzeitig glattstellt.

Ein großer Vorteil von CFDs gegenüber anderen Hebelprodukten (vor allem gegenüber Optionsscheinen) ist dieeinfache Preisbildung, die sich nur aus dem Kurs des Basiswertes ableitet. Einflüsse auf den Kurs durch eine abnehmende Restlaufzeit oder die implizite Marktvolatilität existieren nicht.

Mit CFDs kann auf fallende Kurse genauso gesetzt werden wie auf steigende Notierungen. Das ist besonders für aktive Trader von Vorteil, die in allen Marktphasen Gewinne erzielen möchten. Die Kosten sind im Vergleich zum börsenhandel besonders bei kleineren Kontogrößen moderat, weil (mit Ausnahme von CFDs auf Einzelaktien) keine Kommission anfällt und nur der Spread das Ergebnis belastet. Zusätzlich müssen Anleger (zumindest bei Longpositionen) für den integrierten Finanzhebel Finanzierungskosten zahlen.