ETFs

ETFs (Exchange Traded Funds) haben in den vergangenen 10 Jahren einen regelrechten Höhenflug durchlebt: Waren sie zur Jahrtausendwende noch eine Randerscheinung, sind sie im Jahr 2010 aus der Investmentlandschaft nicht mehr wegzudenken.

ETFs sind Investmentfonds, die passiv gemanagt werden. Passives Management bedeutet, dass ein bestimmter Basiswert, wie z.B. ein Aktienindex, eins zu eins nachgebildet wird. Ein aktiver Eingriff des Fondsmanagements in die Portfoliostruktur des Fonds findet nicht statt.

Passives Management bietet verschiedene Vorteile, die ausgereicht haben, um ETFs binnen weniger Jahre fest zu etablieren. Zum einen sind ETFs sehr viel kostengünstiger als klassische Investmentfonds mit aktivem Management. Die laufende Verwaltungsgebühr fällt deshalb sehr viel geringer aus. Während bei gewöhnlichen Fonds 1-2 Prozent des Fondsvermögens jährlich für Research, Verwaltung und Management abgezogen werden, sind es bei ETFs nur 0,1 bis 0,5 Prozent.

Der Nettoinventarwert eines ETFs kann sehr viel einfacher ermittelt werden als der eines klassischen Investmentfonds. Deshalb können die Kurse von ETFs in Echtzeit ermittelt und gestellt werden. Dadurch ist ein fortlaufender Handel am Markt möglich – ETFs können über die Börse an- und verkauft werden wie eine Aktie. Der bei anderen Fonds übliche Ausgabeaufschlag entfällt – beim Kauf und Verkauf muss lediglich die Ordergebühr bezahlt werden.

ETFs bieten mehr als nur die Leitindizes

In den Anfangsjahren beschränkte sich das innovative Segment auf die Abbildung der größten Leitindizes der Weltbörsen, wie Dax, Dow Jones oder S&P 500. Im Laufe der Zeit erweiterte sich das Angebot an ETFs laufend. Heute steht eine sehr große Bandbreite an Investmentprodukten zur Auswahl. Länder und Regionen können genauso Thema eines börsengehandelten Indexfonds sein wie Sektoren. Anleger können über ETFs in die asiatischen Aktien- und Rentenmärkte ebenso investieren wie in Energieversorger, Banken oder Telekommunikation. Die zugrundeliegenden Indizes sind dabei mehrheitlich bekannt. Es handelt sich oft um Subvarianten von übergeordneten Leitindizes.

Auch bestimmte inhaltliche Ansätze können mit ETFs abgebildet werden. So wurden in den vergangenen Jahren z.B. Produkte aufgelegt, die in die Wertschöpfungskette rund um erneuerbare Energien oder die Wasserversorgung investieren. Auch Rohstoffindizes, wie z.B. der CRB oder der CRB-Non-Energy, können nachgebildet werden.

Die neueste Generation börsengehandelter Indexfonds bildet Strategieindizes nach. Strategieindizes bilden einen bestimmten Investmentansatz, wie z.B. das Covered Call Writing an. Anleger können auf diese Weise sehr transparent und kostengünstig in bewährte Strategien der professionellen Vermögensverwaltung investieren.

Neben dem Covered Call Writing zählen auch Bear- oder Short-ETFs, mit denen auf fallende Kurse in einem bestimmten Basiswert gesetzt werden kann, zu den neueren Innovationen.
Privatanleger jedenfalls kommen an ETFs nicht mehr vorbei. Sie sind für aktive Trader genauso unverzichtbar wie für konservative Anleger und Sparer, die mit ETF-Sparplänen ein Vermögen aufbauen möchten.