Rohstoffe

Rohstoffe waren noch bis zur Jahrtausendwende ein weißer Fleck auf der Investment-Landkarte des gemeinen Privatanlegers. Das Interesse an Rohöl, Agrarprodukten und anderen Rohstoffen ist in den ersten 10 Jahren des 21. Jahrhunderts stark gewachsen.

Es gibt verschiedene Gründe für den Gewinn an Bedeutung. Einer der wichtigsten ist sicherlich die starke mediale Präsenz und Frequenz von Themen rund um fossile Brennstoffe. Deren zunehmende Knappheit hat zu einer breit angelegten Diskussion auf verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen über den Umgang mit Rohstoffen geführt.

Das Interesse ist zudem – wie an den Finanzmärkten üblich – den Kursen gefolgt. Rohstoffe erlebten zu Beginn des Jahrhunderts einen beispiellosen Boom. Der Preis für ein Barrel Rohöl (das sind 159 Liter) stieg zeitweilig auf ein absolutes Rekordhoch bei mehr als 150 Dollar. Auch die Preise vieler Agrarprodukte, wie z.B. Mais, Soja oder Weizen zogen kräftig an. Auch wenn die Verknappungsphantasien der Marktteilnehmer deutlich mehr zu der Verteuerung beigetragen haben dürften als tatsächliche Mangelzustände, ist das Interesse nach wie vor groß.

Die Finanzindustrie hat auf das gewachsene Interesse reagiert und verschiedene Produkte entwickelt, mit denen auch Privatanlegern an den Entwicklungen im lukrativen Rohstoff-Segment partizipieren können. Neben Zertifikaten handelt es sich dabei auch um Differenzkontrakte und ETCs. Zudem wurden viele neue (zusammengesetzte) Basiswerte kreiert.

Rohstoffe sind Inflationsschutz und Diversifikation

Die Beimischung von Rohstoffen zu einem Wertpapierportfolio bietet mehrere Vorteile. Zum einen gelten Rohstoffe als Schutz gegen Inflation, die besonders bei nominalen Vermögenswerten, wie z.B. verzinslichen Wertpapieren oder Bankguthaben, zu einem erheblichen Verlust der Kaufkraft führen kann. Steigt das Preisniveau in der Realwirtschaft an, ziehen die Preise von Rohstoffen in der Regel nach.

Zum anderen eignen sich fossile Brennstoffe, Metalle und Agrarprodukte auch zur Portfoliodiversifikation. Die Kursentwicklung ist zwar mit der an den Aktien- und Rentenmärkten durchaus verknüpft, weil zyklische Zusammenhänge bestehen. Dennoch lässt sich das Chance-Risiko-Verhältnis eines Portfolios durch die Beimischung von Rohstoffen verbessern.

Eine sehr große Bedeutung im wachsenden Privatkundenmarkt für den Rohstoffhandel kommt Exchange Traded Commodities (ETCs) zu. ETCs bilden einen bestimmten Rohstoff, wie zum Beispiel WTI Rohöl, eins zu eins ab. Sie ermöglichen es dadurch, ohne den für Privatanleger meist zu aufwändigen Umweg über die Terminmärkte transparent an der Kursentwicklung zu partizipieren.

Gegenüber einfachen Zertifikaten bieten ETCs einen entscheidenden Vorteil. Zwar handelt es sich ebenfalls um Schuldverschreibungen des jeweiligen Emittenten. Diese sind jedoch physisch besichert. Das sonst übliche Emittentenrisiko, das vor allem bei einem extremen Umfeld-Szenarion von Bedeutung ist, entfällt dadurch. ETCs sind wie ETFs an der Börse handelbar. Ein Ausgabeaufschlag fällt nicht an und die laufenden Verwaltungsgebühren sind gering.